Feststimmung der Hörforscher an der MHH:
Erfolg in der Exzellenzinitiative der DFG
Die Hör-Standorte Hannover und Oldenburg haben den Sprung in die Förderung der Exzellenzinitiative geschafft: Der Exzellenzclusterantrag „Hearing4all“ wird – gemäß Mitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrats – für fünf Jahre gefördert. An dem Konsortium rund um das Thema Hören sind neben der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universität Oldenburg und der Leibniz Universität Hannover auch die Hörzentren Hannover und Oldenburg, das Kompetenzzentrum HörTech, die Jade Hochschule, die Fraunhofer Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie und VIANNA, das Verbundinstitut für Audio- und Neurotechnologie in Hannover beteiligt.
Das Ziel dieses interdisziplinären, auf fünf Jahre angelegten Verbundprojekts ist das Hören für alle, denn 15% unserer Bevölkerung (darunter mehr als 50% der über 65jährigen) hat einen behandlungsbedürftigen Hörverlust. „Durch eine Verbesserung der individualisierten Hör-Diagnostik und der darauf angepassten Versorgung mit persönlichen Hörhilfen wollen wir die Kommunikations-Situation der Betroffenen entscheidend verbessern – sei es bei der Arbeit, im Verkehr oder zu Hause. Dabei liegt der Schwerpunkt in Hannover auf grundlegenden revolutionären Methoden der Diagnostik und der physiologiegerechten Wiederherstellung des Hörvermögens durch Hörimplantate. Durch den Exzellenzcluster werden wir eine weitere Stärkung der internationalen Spitzenstellung des Standortes Hannover auf diesem Gebiet erleben.“ prophezeit Prof. Lenarz. „Im Cluster werden innovative Verarbeitungskonzepte für Hörgeräte und Hör-Implantate ebenso weiterentwickelt wie die assistive Technologie für Jedermann – gewissermaßen das Hörgerät in jedem Smartphone, in jedem Fernseher oder in jedem Autoradio“ kommentiert Prof. Kollmeier, der Sprecher des Exzellenzclusters in Oldenburg, das Forschungsprogramm.
Für die inhaltliche Arbeit der von 25 renommierten Wissenschaftlern aus den Bereichen Medizin, Physik, Psychologie, Biologie, Ingenieurwissenschaften und Linguistik zusammengesetzten Kern-Teams werden insgesamt sieben interdisziplinäre „Task Groups“ gebildet, die jeweils die aktuellsten Forschungsfragen auf diesem Gebiet bearbeiten werden und auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs die thematische Klammer bilden. „Darüber hinaus bieten wir in der „Graduate Academy“ eine gezielte Karriere-Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: von der Doktorarbeit bis hin zur eigenen wissenschaftlichen Gruppenleitung oder Professur“ erläutert Professor Dr. Dr. Andrej Kral, Leiter des Verbundinstituts VIANNA, diese Planungen.